Arbeiten mit Demenzkranken – Erste Annäherungen


von Ira Ottmann und Nora Weber und Wolfgang Wischmann (Fotos)

Eindrücke vom ersten gemeinsamen Arbeiten im Haus Berge

So haben wir den Ort empfunden: 

Der Empfang 

Wir wurden sehr nett empfangen und herumgeführt. Der erste Eindruck im Haus Berge war sehr familiär, fröhlich und man hatte direkt im Esszimmer das Gefühl von zu Hause. Die Heimleitung ist eine sehr nette und aufgeschlossene Person, die uns offen begegnet ist und auf unsere Ideen eingegangen ist. Anschließend wurden wir in die Hände einer Mitarbeiterin gegeben und haben zu zweit die Freizeitaktivitäten mitgemacht.

Die Räumlichkeiten 

Das Haus Berge hat im Vergleich zum Marienheim einen Aufenthaltsraum pro Etage für die Bewohner. Dieser ist wie ein Wohnzimmer eingerichtet. Die Atmosphäre ist gemütlich. Im Gegensatz dazu wirken die Gänge eher kühl. Wir und waren im Erdgeschoss, also bei den Bewohnern im frühen Stadium der Krankheit, und haben Sprichwörterraten, Ballrunden und Gesangsrunden mitgemacht. Eine Frau, die bettlägerig war, wurde mitsamt Bett in den Gruppenraum gefahren. Die Gänge sind im Haus Berge bestehen aus 2 langen, gegenüberliegenden Korridoren. So laufen die Bewohner anstatt im Kreis immer auf und ab.

Kommunikation zwischen den Bewohnern 

Es wurde viel miteinander gelacht, gesprochen aber auch gestritten. Die meisten Besucher waren aufgeschlossen zueinander. Beim Essen habe ich mich an einen Tisch mit 3 Damen gesetzt, von denen zwei auch erzählten, dass sie beste Freundinnen seien. Alle Frauen waren sehr fröhlich und aufgeschlossen. Nach dem Essen haben sie sich gewünscht, gemeinsam zu spielen. Sie waren sehr konzentriert auf das Spiel. Es wurden auch Witze gemacht: „Der Adolf“ oder „also zum Vögeln kann ich nichts sagen…“

Eindrücke 

„Wo bin ich? Ich weiß gar nicht, wo ich gerade bin… Ich will nach Hause. Ich weiß nicht, wo ich bin!“

Was hat gut funktioniert? 

Spiele haben gut funktioniert. Ein Spiel, bei dem die Damen alte Sprichwörter vervollständigen mussten, hat sehr gut funktioniert. Obwohl alle im hohen Stadium der Demenz waren, konnten sie teilweise komplette Gedichte rezitieren. Es gab zwei Freundinnen auf der Etage. Die Kommunikation hat gut funktioniert.

Was hat nicht gut funktioniert? 

Mir sind keine Freundschaften aufgefallen. Das Auf- und Ablaufen auf den Gängen schien sehr monoton für die Bewohner. Leider hatten wir zum jetzigen Zeitpunkt keine intensiveren Gespräche mit den Bewohnern. Die Arbeit zu meinem Thema „Freiheit“ schien erst nicht richtig voranzugehen. Auf die Frage, ob die Bewohner ab und an mal raus dürfen wurde geantwortet, dass es zu wenig Personal und Zeit dafür gebe, es außerdem zu gefährlich sei.

Unsere Erkenntnisse 

Es ist eine Anleitung zum Spielen notwendig. Freundschaften können im Wohnheim entstehen und müssen gepflegt und gestärkt werden. Die zu Betreuenden nach Demenzstadien zu unterteilen, scheint eine gute Möglichkeit, um die Kommunikation zwischen ihnen zu fördern. Das Abrufen von Erinnerungen der Bewohner ist wichtig. Gemeinsames Singen stärkt den Zusammenhalt. Ein gemeinschaftlicher Raum neben dem Speisesaal mit Wohnzimmercharakter trägt zur Lebensqualität und zum „zu Hause fühlen“ bei.

Im Folgenden sind erste Fotos von den Versuchsaufbauten der „Jukebox“ von Wolfgang Wischmann und seinem Co-Designer Herr P. aus dem Haus Berge zu sehen. 

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